| |
|
|
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
Rad - und Klettersteig-Event Boppard 2006
|
|
|
|
|
Nach nunmehr 2 Jahren Mitgliedschaft im DAV - Sektion Bonn ist es an der Zeit, sich als Mitglieder einzubringen. Den Anfang machen wir, Peter Gieseler und Frank Lange, mit einem Beitrag zu unserem diesjährigen Klettersteig-Event, welcher unter dem Motto stand:
"Rad- und Klettersteig-Event Boppard by fair means"
Vor dem Hintergrund der immer stärker werdenden Belastung unserer Umwelt beschlossen wir zusammen mit unserem Bergkamerd Roland, den Mittelrhein-Klettersteig in Boppard mit fairen Mitteln zu machen. Diese Tour war eine unserer schönsten Unternehmungen im Rahmen der Tourenvorbereitung und stellt auch für viele andere Bergkameraden mit Sicherheit eine willkommene Abwechslung und Herausforderung in physischer Hinsicht dar. Des Weiteren können die Fertigkeiten im Umgang mit einem Klettersteig-Set sehr gut geübt werden.
Ablauf:
Am Mittwoch, den 09.08.06 starteten wir mit Trekking-Fahrrädern um 06:00h von Siegburg-Kaldauen. Die Fahrräder waren mit vollen Satteltaschen (Inhalt u. a. Wanderstiefel) beladen. Zusätzlich führten wir Rucksäcke mit der entsprechenden Klettersteig Ausrüstung, Proviant, Wechselwäsche und Regenbekleidung mit. Schließlich hatte es in dieser Woche bereits mehrere Male kräftig geregnet. An diesem Tag sollten wir aber weitestgehend von Regenschauern verschont bleiben.
Alles in allem hatten wir ca. 12-15 kg auf dem Drahtesel dabei.
Die Entfernung von Siegburg-Kaldauen bis nach Boppard beträgt nach unseren Tachometern exakt 108 KM. Von der Kennedybrücke in Bonn beträgt die Entfernung genau 100 KM.
Von Siegburg-Kaldauen fuhren wir zunächst in Richtung Bonn. Dort überquerten wir die Kennedybrücke und fuhren linksrheinisch auf dem Radwanderweg entlang des Rheins in Richtung Süden. Bei diesem Radweg handelt es sich um einen überwiegend gut ausgeschilderten Radwanderweg, der von vielen Radlern benutzt wird. Die Nutzung der rechtsrheinischen Seite (Königswinterer Seite) ist nicht zu empfehlen. Die Radwege befinden sich oftmals weitab des Rheins.
Bis nach Koblenz zum Deutschen Eck (ca.70 KM) ist die Beschilderung wirklich gut. In Koblenz mußten wir dann den schönen Radwanderweg verlassen. Grund hierfür sind verschiedene Hafenanlagen / Großbetriebe, welche sich unmittelbar in Rheinnähe befinden. Wir folgten weiterhin den "Radschildern", mußten jedoch einige Male anhalten um uns neu zu orientieren oder Einheimische zu befragen. Eine uns entgegenkommende Radgruppe aus "Bayern" bestätigte die unzureichende Beschilderung in Koblenz. Zum Radschild wäre auch ein entsprechender Zielort hilfreich. Daher empfiehlt es sich auf jeden Fall, eine Karte mitzunehmen.
Nachdem wir Koblenz durchquert hatten, folgten wir wieder der guten Wegbeschilderung und fuhren dann ohne weitere Unterbrechung auf dem Radwanderweg bis nach Boppard. Der Tourismus hat sich auf die Zielgruppe der Radwanderer eingestellt und bietet entlang des von uns befahrenen Radwanderweges viele "Pensionen und Unterkünfte" an.
Mit einigen Pausen erreichten wir gegen 13:00h unseren Zielort Boppard am Rhein. Direkt nach der Tankstelle biegt man rechts auf einen Großraumparkplatz ein. Durch einen kleinen Eisenbahntunnel erreicht man den Zugangsweg zum Klettersteig, welcher unmittelbar neben einem Restaurant liegt. Hier konnten wir unsere Räder abschließen, eine Stärkung zu uns nehmen und die Ausrüstung für den Klettersteig anlegen.
Wir möchten an dieser Stelle den freiwilligen Helfern und Idealisten unseren Respekt zollen. Man kann sich sehr gut vorstellen, was für eine Arbeit in der Erstellung dieses Klettersteigs gesteckt hat. Es wurden eine Menge Leitern, Krampen, Drahtseile und Tritthaken / Eisenstifte installiert.
"Vielen Dank für diesen abwechslungsreichen und interessanten Klettersteig!"
Nach dem Einstieg folgt man zunächst einem engen Trampelpfad (angrenzende Privatgärten). Dann geht esauf Schieferfelsen treppenähnlich zum Einstieg. Hier befinden sich die ersten Drahtseilversicherungen. Das Hinweisschild mit Warnhinweisen sollte von Jedem vorher beachtet werden. Leider mußten wir feststellen, dass viele ungeübte, unerfahrene und unbelehrbare Touristen, ohne ausreichende Ausrüstung und mit schlechtem Schuhwerk unterwegs waren. Unverantwortliche Eltern mit kleinen Kindern (5-6 Jahre alt), ohne jegliche Sicherung, ließen uns schon beim Zuschauen graue Haare bekommen.
Wann wir eine ernsthafte Unfallmeldung von diesem Klettersteig zu hören bekommen, ist leider nur eine Frage der Zeit.
Gleichwohl freuten wir uns über eine Familie mit 2 Mädchen im Alter von ca. 10 Jahren, die gut ausgerüstet den Steig gingen.
Es gibt 2-3 Schlüsselstellen, die den Einsatz eines Klettersteig-Sets rechtfertigen.
Insbesondere der Schlussanstieg, das "Finale" mit einer Wandhöhe von ca. 20m Höhe sollte nicht unterschätzt werden
.
Kurz nach dem Schlussanstieg erreicht man einen wunderschönen Rastplatz. Hier genossen wir den imposanten Blick über Boppard.
Aus Trainingszwecken sind wir denselben Weg wieder zurückgegangen. Insgesamt benötigten wir dafür 2 Stunden.
Nach einer ausgiebigen Rast in dem oben bereits erwähnten Restaurant (Preis- Leistungsverhältnis ist in Ordnung), traten wir die Rückreise mit dem Zug an. Der Bahnhof befindet sich in der Nähe (ca. 1-2 KM) und ist gut ausgeschildert. Die Fahrkarte kostete für die Strecke Boppard-Troisdorf (Hütte) 13,40€.
Erst auf der Rückfahrt mit dem Rad von Troisdorf (Hütte) nach Kaldauen erwischte uns ein kalter Regenschauer.
Zusammenfassung der 13 - Stunden-Tour in Daten:
06.00 - 13.00: Rad (mit Pausen) von Kaldauen nach Boppard
108 KM Rad in ca. 05:30min. (reine Fahrzeit)
14.00 - 16.00: Klettersteig (hin- und zurück)
Höhenmeter: ca. 300m
17.45 - 19.00: Rückfahrt mit Zug bis T-Hütte und dann mit Rad nach Kaldauen
Mit bergkameradschaftlichen Grüßen
Die 3 aus Kaldauen
|
|
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
Skifahrt auf der Bonner Hütte 1713 m
Felix Schroedter
|
|
|
|
|
Drei Wochen Sonnenschein hatten der mächtigen Schneelage für unsere Bonner Vorgänger, den 10 Langläufern mit Steigfellausrüstung winterliche Tage gebracht.
Doch als die 13 Teilnehmer der diesjährigen zwei Skitourenwochen auf der Bonner Hütte, gelegen am nördlichen Rand der Nockberge, eintrafen, wuchs die Schneehöhe auf 0,5 - 1 m an, so dass eine herrlich verschneite Berglandschaft entstand. Die erste Ausfahrt von dem Hausberg Schöngelitze über Hänge und durch lichten, weißen Wald hinab zur Esser Alm bleibt in bester Erinnerung.
So wurden in den folgenden Tagen die nähere Umgebung wie das einsame Blareitbachtal, die Ebenwaldhöhe, die Atzensberger Alm oder die Hänge am nahen Teurlnock mit Ski- und
Schneeschuhspuren von uns belegt. Ein 3-Tage-Hoch ermöglichte Tagesunternehmungen wie über die Peintler- und Hochfeldalm zur Schwarzwand 2214 m und zurück über das Schereck, zusammen mit vier Lun-gauer Skifreunden von der Dr.Josef-Mehrlhütte aus durch das Rosanintal auf den Königsstuhl 2336 m oder über die Kösselbacher Alm in das Skigebiet des Ainecks. Bemerkenswert ist die sicherlich erstmalige Besteigung mit Schneeschuhen aller vorgenannten Berge durch die Sektion Bonn von Mechthild und Ingrid. Zum Abschluss muss erwähnt werden, dass die neue Dusch- und WC-Einrichtung im 1. Stock nicht nur zwangsweise, sondern gern benutzt wurde. Und wieder wurden alle wir alle von unseren Hüttenwirtsleuten Wilma und Sepp bestens verwöhnt. Feinste Kärntner Küche wurde uns jeden Tag serviert. Gern wären wir nach zwei Wochen Skiurlaub auf der Bonner Hütte geblieben, um den werdenden Firnschnee genießen zu können.
|
|
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
|
|
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
Wanderwochen auf der Bonner Hütte vom 30.07. bis 13.08.2005 mit Mechthild Fliegel
|
 |
| |
|
30.7.2005 / Samstag: Anfahrt auf die Bonner Hütte
|
|
31.7. / Sonntag
Bonner Hütte - Kramerbichl - Schereck - Schwarzwand -Laußnitz-Hütte - Bonner Hütte (5 Stunden Gehzeit)
An der Ebenwaldalm vorbei zum Kramerbichl (2020 m) mit Sicht ins Liesertal und auf die östlichsten Tauernausläufer.
Über den Kärntner Grenzweg stiegen wir auf das Schereck (2181 m) mit Mittagsrast und Tiefblick zum Atzensberger See (2017 m),
weiter zum höchsten Punkt dieses Tages, die Schwarzwand (2214 m) mit ihrem riesigen Steinmann, Abstieg über den Roten Riegel (2153 m)
zum Laußnitzer See und die Laußnitz-Alm (1839 m)und auf dem Güterweg zurück zu unserer Hütte.
|
|
1.8. / Montag
Bonner Hütte - Teuerlnock - Aineck - Kösselbacher Alm -Bonner Hütte (4 Stunden Gehzeit)
Wir gingen über die Laußnitz-Höhe und den Schafstall zu unserem Hüttenberg, dem Teuerlnock (2145 m), weiter
über grüne Almböden zum Aineck (2210 m), dem Skiberg mit Sessellift des Katschbergs, zur Kösselbacher-Alm (1768 m) zur Einkehr und
über die Meisnitzer-Alm und Esser-Alm über die im Moor verlegten Bretter zurück zur Bonner Hütte.
|
|
2.8. / Dienstag
Dr.-J.-Mehrl-Hütte - Rosanintal - Großer Königstuhl - Nocken-Überschreitung - Knappenweg - Dr.-Mehrl-Hütte (5 Stunden Gehzeit)
Mit dem Auto zur Dr.-Josef-Mehrl-Hütte am Schönfeld. Von dort starteten wir in das herrliche Rosanintal, vorbei am Rosanin-See, Königstuhl-Scharte
bis zum Großen Königstuhl (2316 m). Der Rückweg führte über den Seenock (2269 m), Sauereggnock (2240 m), Stubennock (2092m) und über den Knappenweg
vom alten Erzabbau.
Nach der Einkehr in der Dr.-Mehrl-Hütte besuchten wir noch die nahe neu errichtete "Josefshütte"
mit ihren Altären, einer davon auf einer Hobelbank, und lasen die Geschichten von dem verstorbenen Pfarrer von Thomatal, Valentin Pfeifenberger,
und besichtigten das ihm zum Gedenken außerhalb errichtete Kreuz.
|
|
3.8. / Mittwoch
Zicker-Alm - Torscharte - Stubeck - Hirneck -Zicker-Alm
(6 Stunden Gehzeit)
Über Rennweg und St. Peter fuhren wir ins Wolfsbachtal bis zur Zickeralm (1728 m). Von dort starteten zur Torscharte (2106 m) und weiter bis zum
Stubeck (2370 m). Wir wanderten in stetem Auf und Ab die gesamten Höhenrücken bis zum Hirneck (2164 m) entlang, um zuerst weglos, dann über neu
geschobene Güterwege zur Zickler-Alm zurückzukehren.
|
|
4.8. / Donnerstag
Pöllatal - Ochsenhütte - Lanischseen - Pöllatal
(6 Stunden Gehzeit)
Unser Hüttenwirt fuhr uns mit seinem VW-Bus bis zum Parkplatz 2 ins Pöllatal. Von dort aus ging es auf dem Karrenweg bis zur Lanischer
Ochsenhütte. Die Lieser quillt gut sichtbar hoch aus den Felsen über dem Seekar. Wir gingen an dem Marmorstiege-Wasserfall des Torbaches
vorbei bis zum ersten Lanisch-See (2226 m). Einige gingen zur Ochsenhütte zurück, die anderen stiegen noch zum 2. Lanischsee auf, warteten
auf der Kochlöffelhütte, bis uns Sepp wieder abholte.
|
|
5.8. / Freitag
Bonner Hütte - Kocher-Alm - Hochofen und Fischerin in Bundschuh - Blareitbach - Bonner Hütte
(7 Stunden Gehzeit)
Freitags ist der ehemalige Hochofen in Bundschuh zu besichtigen. An der Heißalm vorbei, über den Jägersteig zur
Kocheralm und eine überaus nasse Alm ging es ins Bundschuhtal. Nach einer ausführlichen Führung durch den vor 100 Jahren stillgelegten Hochofen
wir den Heimweg neben dem Blareitbach an.
|
|
6.8. / Samstag
Almfried-Hütte - Gantalscharte - Kareck - Almfriedhütte (5 Stunden Gehzeit)
Über Rennweg und den Katschberg fuhren wir zur Almfried-Hütte (1720 m). Über die Saraberger Wiesen wanderten wir zur Gantalscharte (1911 m) und
weiter über die blumenreiche Schulter mit einem Verhauer und einer kleinen Klettersteig-Einlage, einer sicheren Leiter über einer Schlucht, auf
das Kareck (2481 m). Auf der anderen Schulter sind wir über die Schrofen abgestiegen.
|
|
7.8. / Sonntag
Muhr - Murtal - Rotgüldensee - Samson und Prangstangen
(4 Stunden Gehzeit)
Über den Katschbergpass fuhren wir nach St. Michael und weiter ins Murtal bis zum Ort Muhr, um die dortige Sehenswürdigkeit "die Prangstangen"
zu bewundern. Weil gerade eine Messe gelesen wurde, schauten wir uns im Ort um.. Wir fuhren noch ein wenig das Murtal hoch bis zur Arsenhütte.
In diesem Gebiet war früher Europas größtes Arsen-Abbaugebiet. Von der Arsenhütte stiegen wir zum Rotgüldensee (ein Stausee) mit gleichnamiger
Hütte auf.
Nach einer Rast kehrten wir nach Muhr zurück, um sowohl die Vorbereitungen als auch den Samson-Umzug anzuschauen. Die Muhr-Trachtenkapelle
führte den Umzug an, dann kam der ca. 75-kg schwere Samson, von einem Mann getragen mit vier Helfern. Nachdem wir noch die Prangstangen in
ihrer verblühten Pracht in der Kirche bewundert hatten, kehrten wir zur Bonner Hütte zurück.
|
|
8.8. / Montag
Pöllatal - Lasörnhütte und -See - Pfaffenscharte -Pöllatal
(7 Stunden Gehzeit)
Wir fuhren nochmals ins Pöllatal zum Parkplatz 1. Von dort ging es auf Karrenwegen und schmalen Pfaden zur Lasörn-Almhütte (1865 m).
Nach einer kurzen Rast führte der Pfad fortwährend aufwärts bis zum Lasörnsee (2466 m). Vier von der Mannschaft erklommen noch die
Pfaffenscharte (2546 m), um in das Pöllatal und evtl. auf den Großen Hafner zu schauen. Der Rückweg erfolgte auf dem Aufstiegsweg.
|
|
9.8. / Dienstag
Bonner Hütte - Maltatal - Kattowitzer Hütte
(5 Stunden Gehzeit)
Unser Ziel war der Große Hafner. Über Rennweg - Gmünd fuhren wir ins Malta-Tal und auf der Mautstraße bis zum Parkplatz für die
Kattowitzer Hütte (2319 m). Der Weg führte zuerst über eine Almstraße über die Obere Marhütte (1813 m), bis er an einem Holzplatz
endete. Nach einer Mittagspause balancierten wir auf dem Salzgitter Steig über viel Blockgestein nach Westen, bis wir den Kölnbreinspeicher
mit seiner hohen Staumauer erblickten. Auf der Kattowitzer Hütte übernachteten wir.
|
|
10.8. / Mittwoch
Kattowitzer Hütte - Großer Hafner - Bonner Hütte
(7 Stunden Gehzeit)
Wir starteten um 7 Uhr, um den Großen Hafner zu bezwingen. Bei schönstem Wetter ging es zügig über die Marschneidscharte (2757 m)
bis zur ersten Seilversicherung. Über einen Grat und breiten Rücken erreichten wir nach 2 1/2 Stunden das Gipfelkreuz auf 3078 m.
Wir hatten noch das Glück, die Berge ringsum, die Hochalmspitze, den Ankogel, den Großglockner und bis zum Dachstein zu sehen, bevor
zeitweise Nebelschwaden die Sicht behinderten. Nach einer späten Mittagsrast im Freien stiegen wir froh und glücklich zu den Autos ab.
|
|
11.8. / Donnerstag
Maltaberg - Leonhardhütte - Ochsenhütte - Reitereck -Leonhardhütte (6 Stunden Gehzeit)
Unser Ziel war das Reitereck. Also fuhren wir wieder ins Malta-Tal und vom Hauptort Malta in vielen Kehren auf den Maltaberg bis zur
Leonhard-Hütte (1604 m). Von hier starteten alle auf der Almstraße bis zur Ochsenhütte (2193 m). Weil die Berge ringsum im Nebel waren,
sind nur einige auf das Reitereck aufgestiegen, die anderen gingen zur Leonhard-Hütte zurück. Als wir 300 m höher in der Lasörnscharte waren,
riss der Nebel auf und wir sahen ins Pöllatal sowie den Aufstiegshang zum Reitereck (2790 m). Nach 1 1/2 Stunden ab der Ochsen-Hütte standen wir
auf dem Gipfel. Wir hatten Glück, dass der Nebel öfters aufriss, so dass wir die umliegenden Berge sehen konnten. Der Abstieg war wie der Aufstieg.
|
|
12.10. Freitag
Innerkrems - Blutige Alm - Gaipa-Höhe - Dr.-Mehrl-Hütte - Kremsbach - Innerkrems (6 Stunden Gehzeit)
Am letzten großen Wandertag wollten wir noch die Gaipahöhe erklimmen. Also fuhren wir bis nach Innerkrems, um mit dem Lift bis zur "Blutigen Alm"
zu fahren und 500 Höhenmeter etwas bequemer hinter uns zu bringen, für ca. 15 Personen wurde tatsächlich der Lift in Gang gesetzt. Oben ging es
zunächst über nasse Almwiesen zu den Anderlseen und dann auf dem Kärntner Grenzweg und dem Salzburger Arnoweg über die Gaipahöhe (2192 m) und weiter
in stetem Auf und Ab über die Zechner-Höhe und Mattehanshöhe mit einem nochmaligen Besuch der Josefshütte zur Dr.-Mehrl-Hütte. Nach einer kurzen Einkehr
stiegen wir längs des Kremsbaches nach Innerkrems zu unseren Autos ab.
|
|
13.8. / Samstag
Bonner Hütte - Laußnitz-See- Blareitbach - Hochofen und Fischerin in Bundschuh - Kocheralm - Bonner Hütte (5 Stunden Gehzeit)
Über den Ebenwald erreichten wir die Laußnitzhütte. Auf die Frage, ob der Weg über die Rupenhöhe begehbar sei, verneinte sie dies, da die Jägerschaft
die Markierungen entfernt hätte. Also ab dem Laußnitzsee wieder zurück zum Blareitbach und runter ins Bundschuh-Tal. Weil der Hochofen wider Erwarten
geöffnet war, haben wir noch einmal eine Führung mitgemacht. Beim Aufstieg zur Kocheralm regnete es heftig. Die Wiese bei der Kocheralm quietschte vor Nässe.
Gegen 19.00 Uhr kamen wir dann endlich in der Bonner Hütte an.
|
|
14.8. / Sonntag
Almfest auf der Bonner Hütte
|
|
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
Bergwanderwoche im Engadin
|
|
Albert Melter
|
 |
| |
|
Nachdem in der Tourengruppe öfters eine Bergwanderwoche angeregt worden war,
und Frauke das Engadin im Berg-und-Tal-Heft so schön in die Bonner Bergsteiger-Szene
gesetzt hatte, konnte ich nicht mehr widerstehen und schrieb im Sektionsheft die
Bergwanderwoche durch den Schweizer Nationalpark aus. Die DAV-Bonnerinnen Frauke,
Ute, Christina und ich trafen uns auf der Chamanna dal Parc Varusch (1771 m), nachdem
wir über S-chanf (1657 m) am En im unteren Engadin zur Nationalparkgrenze gefahren und
dort die Autos auf dem Parkplatz abgestellt hatten. Es war sonnig, mild und in etwas
mehr als einer Stunde erreichten wir mit einigermaßen tragbaren Durchquerungsrucksäcken
die Nationalparkhütte. Die Unterkunft war einfach, es gab gutes Essen in einer schönen
Engadiner Stüva und gleich viel gute Laune bis in den neuen Tag hinein, denn in der Nacht
hatten wir einen Bergsteiger, der sich splitternackt ins Lager gelegt hatte, zum
Verbleiben dort, bis wir morgens weiter wanderten, gezwungen: die Scham war's, sich
vor meinen Teilnehmerinnen anzuziehen. Aber von da an gab es nur noch Bergnatur und
Tiere, ganz selten kamen andere Bergwanderer vor.
Der Aufstieg am zweiten Tag war gleich der längste der Woche und ging durchaus ans Limit
bei Ute und Christina, die erstmals eine Woche von Hütte zu Hütte gingen. Frauke blieb
immer dicht bei ihnen, und ich hatte die Rolle des Pfadfinders. Kleine Stehpausen, ganz
langsames Tempo in den steilen Strecken, Rast direkt bei der Kletterschlüsselstelle,
Singen, Gute-Laune-Kommunikation in Schweizerdeutsch, Latein oder Italienisch - das setzte
ich der Anstrengung und Ausgesetztheit entgegen. Nach über 4 Stunden langten wir auf der
Fuorcla Val Sassa (2857 m) an. Die Fernsicht auf Palü, Bellavista und Bernina ist der
Geheimtipp dieses Ortes, und wir hatten feinstes Wetter. Da war auch Ute's Sturz in
einen Graben schnell vergessen. Denn jetzt war der steile, rutschige Abstieg auf einen
der seltenen Blockgletscher der Alpen zu bewältigen. Alles ging gut, und ich konnte die
Besonderheiten eines solchen Blockgeschiebes erklären. Meine drei Damen fanden die Idee,
nach stundenlangem Abstieg die Füße im Cluozza-Bach zu kühlen, sehr anregend und so waren
die letzten Stunden bis zur Chamanna Cluozza (1882 m) wolkenleicht und von der Sehnsucht
nach einem ganz großen Radlermaß getragen. Diese Schweizer Alpenvereinshütte im
Blockhausstil steht in einem Bergwald auf einer Terrasse hoch über der Cluozza, mit
aufschlussreicher Sicht in mehrere Täler und Bergflanken. Besonderheit ist unter anderem
die Tierbeobachtung mit einem starken Fernglas und eine Ausstellung über den Nationalpark.
Die nächste Etappe war deutlich kürzer und leichter als tags zuvor. Auf der Alp Murter
(2545 m) konnten Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere beobachtet werden. Der Abstieg zum
Spöl-Stausee (1620 m) und zur Ofenpassstraße am Parkplatz Vallun Chaffuol (1766 m) war
dennoch sehr aussichts- und abwechslungsreich auf weiten Matten, dann in steilem Bergwald
und über der Spöl-Schlucht am Schluss. Mittlerweile war es sehr schwül geworden, und wir
freuten uns auf den Bus zum Nationalpark-Hotel Il Fuorn (1794 m). Dort nahmen wir die
Annehmlichkeiten von Hotelzimmern mit Duschen in Anspruch und den herrlichen Biergarten
vor dem gastlichen Haus. In der Nacht zog dann eine Kaltfront mit Gewitter durch.
Der nächste Morgen sah uns bei Landregen das Val dal Botsch bis zur gleichnamigen
Fuorcla (2677 m) hinauf wandern. Dort ist das berühmte Geier- und Adlergebiet und man
hofft, dass zukünftig wieder Bären zuwandern. Die Rast bei Schneetreiben war sehr kurz,
es kam ein steiler Abstieg in einem großen, steilen Geröllfeld ins Val Plaona und wieder
hinauf mit ausgesetzten Bergpfaden in den Pass Sur il Foss (2312 m). Dort rasteten wir
auf einer Holzbank. Schnell strebten die Tageswanderer im Wind und Regen, manche in
kurzen Hosen und ohne Rucksack dem Val Minger zu. An dessen Talausgang war das Ziel,
die Bushaltestelle, die alle wieder in der Zivilisation vereinte. Wir waren aber wegen
der langen Wartezeit zu Fuß nach S-charl (1810 m) in das Hotel Mayor hinauf gewandert -
sehr müde von der sehr langen Etappe in anstrengendem Schlechtwetter durch einsame Täler.
Dieses Berghotel ist in der Schweiz wegen der wunderbaren Winter- und Frühjahrsskitouren
sehr bekannt und frequentiert - sehr romantisch um die Weihnachts- und Sylvesterzeit, mit
Pferdekutsche erreichbar, mit vorzüglicher Küche und Weinkarte; es gibt heimelige
Touristenlager zur Schonung des Franken-Budget.
Der nächste Tag brachte die anspruchsvollste Etappe. Aber bis zur Alp Sesvenna (2110 m)
ging es auf einem breiten Transportweg bergan. Mit kleinem Ungemach fand ich dann auch
die Abzweigung in die steinigen Geschiebetälchen und steilen, begrünten Moränenrücken,
am Schluss lange Strecken felsig und am Stahlseil auf die Rims-Hochfläche (2954 m),
an deren nördlichem Rand die Engadiner Dolomiten stehen mit dem Piz Lischana (3105 m).
Die Umgebung sah in der Tat aus wie die Puez-Hochfläche in Südtirol, und die Fernsicht
reichte von den Ötztaler Alpen um Wildspitze und Weißkugel bis zu den Dolomitengipfeln
und Ortler-Bergen. Nach der Rast auf der Hochfläche stiegen wir auf einen der vier
Lischana-Gipfel (3070 m). Allein ging ich weiter über den Lischana-Grat bis kurz unter
das Gipfelkreuz und wieder zurück zu meinen Teilnehmerinnen, die ich dann auf dem Weg
zur Chamanna Lischana (2500 m) fröhlich einholte. In der Nacht kam dann wieder eine
Kaltfront und morgens regnete es. Wir beschlossen den Abstieg nach Scuol (1208 m) statt
der geplanten Begehung der Uina-Schlucht. Mit der Rhätischen Bahn fuhren wir dann nach
S-chanf und gingen zu den Autos auf dem Parkplatz am Eingang des Nationalparks. Hier
schloss sich der Kreis. Dann fuhren wir zu unserer geplanten letzten Übernachtung nach
Sur En (1121 m) zum Hotel Val d'Uina am Ausgang der gleichnamigen Schlucht. Der
Abschluss der Tourenwoche wurde mit Wein und Gala-Diner gefeiert und am nächsten Morgen
war dann das Thermalbad in Scuol angesagt, um den letzten Schweiß in Wellness aufzulösen.
|
|
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
Sella Ronda - welch ein Klang!
|
|
Frauke Kunitz
|
 |
| |
|
In beiden Sektionsheften von Bonn und Siegburg hatte Manfred diese Skiwoche
angeboten. Neun Interessenten meldeten sich und waren bereit, vom 5. bis 12.
Februar 2005 mitzumachen. Ich freute mich sehr, da ich die Dolomiten liebe.
Dieses herrliche Gebirge kenne ich von zahlreichen Wanderungen, Touren,
Klettersteigen und Klettereien, und ich bin immer wieder fasziniert von diesen
markanten Felswänden und teils weiten, aber immer blumenreichen Matten dazwischen.
Nur Winter habe ich hier noch nie erlebt.
Drei Neulinge - uns bis dahin unbekannte Mitglieder - waren wohl genau so
neugierig auf uns wie wir auf sie. Um es kurz vorweg zu nehmen: wir haben uns
hervorragend ergänzt. Die Gruppe harmonierte auf Anhieb. Dazu kam ein extrem
gutes Winterwetter: Sonne pur bei strammen Frostgraden, genug Schnee und wenig
Wind. Am 5. Februar trafen wir uns am späten Nachmittag in Alba (1517 m) bei
Canazei. Manfred hatte eine große Ferienwohnung für 10 Leute gemietet. Sie gehört
Renata Micheluzzi, einer trotz ihres Alters - fast 70 Jahre - sehr
temperamentvollen, noch aktiven Skilehrerin, übrigens die ehemals erste weibliche
in Italien überhaupt.
In gemütlicher Runde wurde gefrühstückt, jeder mit eigenem Futter.
Dann ging's ab in den Schnee, die Gegend auf Skiern zu erkunden. Abends besprach
man das Programm für den nächsten Tag. Am ersten Tag wurde natürlich an der Sella
gefahren; Belvedere und ähnliche Abfahrten zwischen dem Pordoi- und Sellapass,
lange Abfahrten bis nach Alba rund 1000 Abfahrtsmeter hinab. Die Begeisterung war
groß. Schnee gab es im Süden nicht so reichlich wie in den Nordalpen aber genug
und bei bis zu Minus 14° gute Schneesubstanz, keinen Sulz, sondern guten
Pulverschnee. Inmitten der überwältigenden Felskulissen fühlte sich jeder
pudelwohl. So wurde die Sella Ronda am zweiten Tag gleich umrundet, danach
in der entgegengesetzten Richtung. Das Gebiet direkt bei Alba über den Ciampac
am Collac vorbei über Buffaure (2354 m) hinüber ins äußere Fassatal nach Pozza
hinab und zurück war eine komplette Tagestour. An einem Tag begann die Tour
hinter dem Fedaiapass an der Malga Ciapela, um die Marmolada abzufahren.
Abends saßen wir dann gemütlich in einheimischen Gasthäusern zum Abendessen
und ließen den Tag in unserer bequemen Ferienwohnung gelassen bei Saft, Wasser
und Rotwein ausklingen. Hier und da gab's als Absacker sogar ein Gläschen
Williamsklaren mit Birneneinlage oder auch mal einen Schluck Ouzo. Geschmeckt
hat es immer! In netter Gesellschaft und kameradschaftlicher Atmosphäre in
begeisternder Bergwelt und schönstem Wetter lässt es sich wohl sein. Diese
Art Bazillus wird man auch nicht mehr los, wenn er einen erst einmal befallen
hat. Manfred und ich hörten abends immer gespannt die Tagesberichte, hatten wir
doch beide das Pech, schmerzende Knie zu haben, das heisst, vom Skivergnügen
waren wir ausgeschlossen. Als Knie-Invaliden wollten wir aber nicht auf die
Woche in reizvoller Umgebung verzichten. Es gibt Leute, die nicht verstehen
können, dass wir auch ohne Skifahren uns auf diesem herrlichen Fleck Erde sehr
wohl fühlen können. Es kommt halt auf den inneren Blick an, wahrnehmen zu
wollen und erleben zu können.
Mit Auto und Bergbahnen gibt es viele Möglichkeiten, sich Weitsicht zu
verschaffen und auch näher liegende Eindrücke zu genießen. Allein die
Winterlandschaft war ein großer Genuss. Ebenso die Gipfelaussichten,
zum Beispiel, am Sass Pordoi (2950 m) und anderen Bergstationen. Berühmte
Berge lagen zum Greifen nah, aufgereiht wie auf einer Perlenkette: Civetta,
Pelmo, Antelao, Sorapiss, Cristallo, Tofane, Fanes, Cunturines, Varella,
Heiligkreuzkofel, Zehnerspitze, Sass Songher, Langkofel-Gruppe mit allen
Gipfeln durch Licht und Schatten besonders eindrucksvoll, Rosengarten,
Latemar, dahinter die Pala-Gruppe. Direkt über der Straße zum Sellapass
der großartige Blick in die Sella ins Lastiestal hinein hat ganz speziell
gefallen.
Am Nachmittag war Kultur angesagt: in Moena im Fassatal erlebten einige
von uns einen kleinen aber feinen Fasnachtsumzug. Auch dieser Alpenraum
bietet ja kulturell viel Interessantes. Das vergrößert das Verständnis
der Menschen verschiedener Herkunft. Die Geschichte der Ladiner mit ihrer
noch heute gesprochenen Sprache - wie das Rätoromanische in Graubünden -
ist vielschichtig. In diversen Museen ist diese Kultur nacherlebbar und
deshalb sehr zu empfehlen.
Diese Aus- und Einsichten sind unbeschreiblich intensiv und vertiefen das
Erlebnis, dort sein zu dürfen und sich freuen zu können. Diverse Fotos werden
der Erinnerung helfen. Wer die Dolomiten kennt, kann sicher nachvollziehen,
wie bewegend solche Momente sein können, frei von Leistung und Stress.
Und wer noch nicht dort war? Der sollte sich animiert fühlen, denn außer Ski,
Rodeln und Schneeschuhstapfen im Winter ist in der schneelosen, will sagen,
wärmeren Zeit alles nur Denkbare möglich. Wandern, Bergsteigen, Fernwanderwege
der Dolomiten bewältigen, Klettern, Klettersteige aller Schwierigkeitsgrade,
Ausruhen und die Seele baumeln lassen in duftenden Blumenwiesen weitab vom
Getriebe. Für seine Organisation sei Manfred nochmals Dank gesagt und vor
allem gutes Gelingen für seine große Knieoperation.
|
|
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
Zwei lohnenswerte Touren über dem Gardasee (gegangen im Herbst 2003)
|
Monte Altissimo die Nago 2.079 m und Cima Valdriitta 2.218 m
in der Monte-Baldo-Kette
|
Verfasser: M. Hamann |
 |
| |
1. Monte Altissimo di Nago (2.079m)
|
Talorte: |
Riva del Garda, Torbole oder Nago |
Anfahrt: |
mit PKW; Parkmöglichkeit vor der Schranke auf ca. 1550m |
Zeitbedarf: |
Aufstieg knapp 2 Stunden; Abstieg ca. 1,30 Stunden, je
weils ca. 550 Höhenmeter; Markierung 601
|
Schutzhütte: |
da Miano Chiesa 2.079 m (5 Minuten vom Gipfel) |
Bemerkung: |
für geübte Kinder ab 10 Jahren geeignet |
|
|
In der dreiviertelstündigen, landschaftlich abwechslungsreichen Fahrt
über den auf die der Strecke Torbole - Roveretto liegenden Ort Nago, von dort aus
nach Süden dem Hinweis Monte Baldo folgend, vorbei an der Malga Casina, erreicht man
auf einer schmalen, kurvenreichen, jedoch gut ausgebauten Straße in ca. 1550 Meter Höhe
eine Abstellmöglichkeit für das Fahrzeug.
Über Serpentinen führt ein Fahrweg bis zu einem Sattel. Ein relativ flaches Wegstück
quert den Osthang des Monte Varagna 1.780 Meter; es folgt eine leichte Senke unterhalb
des di Nago 1.875 Meter. Im letzten Drittel folgt man einem gut ausgebauten (Kriegs-) Weg
bis zu einem Einschnitt, von dem aus man links alte Stellungen und eine Gedenkkapelle
(auf dem höchsten Punkt befindet sich eine Orientierungstafel), geradeaus die Hütte und
halbrechts das Gipfelplateau des Monte Altissimo 2.097 Meter sieht.
Der Monte Altissimo ist die höchste Erhebung des nördlichen Teils des
Monte Baldo Massivs mit Sicht auf nahezu alle oberitalienischen Berggruppen,
z.B. Ortler, Adamello, Presanella, Brenta und Dolomiten. Abstieg wie Aufstieg;
ein kleiner Abstecher über den Mt. Varagna ist zu empfehlen.
|
2. Cima Valdritta 2.218 m
|
Talorte: |
Malcesine oder andere Orte am Ost- bzw. Nordufer des Sees |
Seilbahn: |
Malcesine (kostenfreies Parken) - Bergstation / Hütte Baita
die Forti 1.740 Meter |
Zeitbedarf: |
ab Bergstation ca. 3 Stunden; Rückweg ca. 2:45 Stunden,
insgesamt rund 900 Höhenmeter; Markierung 651
|
Bemerkung: |
bei hochsommerlichen Temperaturen nicht zu empfehlen;
Bei Gewitterneigung abzuraten (Steig am Grat, keine
Schutzhütte, keine Abstiegsmöglichkeit);
Nur für trittsichere Geübte
|
|
|
Von der Seilbahnstation geht es im ersten Teil über Bergwiesen (z.T. Winterskigebiet)
bis zum Anstieg auf die Cima delle Pozette 2.132 m kurz abwärts, dann hinauf zur Cima del
Longino 2179 m.
In ständigem Kräfte raubendem Auf und Ab, vorbei an der Cima Val Finistra 2.086m
erreicht man die Bocca di Valdritta 2.107m . Zu ihr führt von Süden bzw. von der
Höhenstraße im Osten ein relativ gut ausgebauter Weg. Von der Bocca sind es nur noch
wenige Minuten bis zum Gipfelkreuz der Cima Valdritte (höchster Berg des Massivs).
Ständig wechselnde Panoramen und Sicht z.T. - auch zum Südufer des Gardasees machen
die Anstrengungen mehr als wett. Rückweg wie Aufstieg (Zeit für letzte Talfahrt beachten).
|
Karten: |
- Lagir Alpina 1 : 25.000 Wanderkarte Nr.12 "Alto Garda"
- Kompass 1 : 50.000 Wanderkarte Nr. 102: Lago di Garda
- Monte Baldo |
|
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
| |
Familien mit Kleinkindern |
Sigrid Braun |
|
|
|
Weil dieses Jahr die Ferien sehr spät liegen, war es möglich,
eine Alpenfahrt der Kletter-AG im "späten Frühsommer" durchzuführen.
Das ist die beste Zeit, wenn man ins vergletscherte Hochgebirge will:
Die Kletteranstiege auf die Gipfel sind weitgehend schneefrei,
aber auf den Gletschern gibt es noch nicht zu viele offene Gletscherspalten.
Am 3. Juli um Mitternacht brachen also zehn Kletterer, elf Rucksäcke,
elf große Taschen, fünf Kletterseile und Wolfgang Kehren mit der DB Richtung
Verwall-Gebirge auf, im Großraumwagen, weil der Zug keine Liegewagen führt,
und mit der Aussicht auf fünfmal Umsteigen bis zum Ziel. Wider Erwarten ging
auf der Fahrt bis Galtür niemand verloren (dafür hatten wir auf der Hütte eine
blaue Reisetasche zu viel - die konnte aber ihrer Besitzerin zurückgegeben werden).
In Galtür trafen wir Harald Wiemann aus Berlin, der uns schon letztes Jahr im Harz
mit Kletterkönnen und Wecken per Gitarre unterstützt hatte, und seine Bekannte Steffi
Gericke als obligate weibliche Begleitung.
Reichlich müde trabten alle Richtung Friedrichshafener Hütte, unserem Quartier
für die nächste Woche. Zum Glück fuhr der Hüttenwirt das "große" Gepäck mit dem
Auto hoch. Bei dem allgemeinen Schlafmangel in der Nacht im Zug gab es für die
Berge noch nicht all zu viel Aufmerksamkeit. Die interessantesten versteckten
sich ohnehin in Regenwolken.
Das änderte sich am nächsten Tag schlagartig, denn die Berge waren jetzt weiß:
Neuschnee bis fast zur Hütte und Temperaturen wenig über dem Gefrierpunkt. Für zwei
Tage war Winterbergsteigen angesagt.
Am dritten Tag war der Spuk vorbei, jetzt gab ein stabiles Hoch den Ton an.
Entsprechend gut war die "alpine Ausbeute": Acht aus unser Dreizehnergruppe
schafften die Besteigung des vergletscherten Vertinesberges (und niemand fiel ganz
in die Gletscherspalte!).
Ein Sonderlob an Petra und Bettina, die die übrigen weit weg von markierten
Wegen sicher wieder zur Hütte zurückgeführt und damit
nur einen Monat nach Abschluss der Ausbildung ihr Gesellenstück in Sachen
Jugendleitung geliefert haben. Der Sonder-Grusel-Event
war aber nicht der Gipfel, sondern eine Gletscherspalte, die man nicht sah,
aber hörte, weil irgendwo unter dem völlig glatten Schnee ein Bach erst vor,
dann unter und schließlich hinter uns rauschte.
Am letzten Tag waren alle an zwei (wahrscheinlichen) Erstbegehungen beteiligt:
Am Grießkogel (das ist der Berg, von dem vor einigen Jahren, allerdings sozusagen
auf der anderen Seite, "die" Lawine auf Galtür abging) fanden wir in der Nordostseite
zwei vermutlich unbegangene Linien im 3. Schwierigkeitsgrad und besten Fels, die wir
"Ein Hauch von Harz" und "Weg der Vier" tauften. Sechs von uns hängten, schwer motiviert,
gleich noch den ganzen langen Westgrat der Geißspitze an, waren aber nach der daraus
folgenden Zehn-Stunden-Tour gehörig "platt" ( die anderen fanden nach zwei Dritteln
der Wegstrecke den direkten Weg zur Hütte).
Der 9. Juli brachte ein neues Tief und die Rückfahrt, diesmal mit sechsmal Umsteigen,
das wegen der kurzen Umsteigezeiten vor allem die Leichtathleten aus den Sportklassen
forderte. Bei der Ankunft in Bonn war es wieder Mitternacht.
Ach so: Wer vom Verwall-Gebirge noch nie was gehört hat: macht nichts!
Es handelt sich um ein eher kleines vergessenes Gebirge, das zwischen den viel
größeren und bekannteren Silvretta im Süden, Lechtaler Alpen im Norden, Rätikon
im Westen eingeklemmt ist, die ihm vor allem das schlechte Wetter vom Leibe halten.
Außer durch gelegentliche Lawinen auf bekannte Schiorte (Ischgl, Galtür) machte es
kaum von sich reden. Netterweise haben alle Gipfel bis auf vier wenige Meter
unterhalb der 3000er-Marke das Wachstum eingestellt, so dass auch für überzeugte
"Ich-war-auf-dem..." - Angeber nichts zu holen ist. Dafür ist es das ideale
Hochgebirge zum Üben, mit langen Graten, boshaften Geröllhalden jeder Korngröße,
undurchstiegenen Felswänden, etwa zwanzig kleinen aber echten Gletschern und ein
paar mehr dazugehörigen Seen.
|